Volkswirtschaftlicher Nutzen

Der geschätzte jährliche volkswirtschaftliche Nutzen von Fitnesstraining im Sinne einer finanziellen Entlastung der öffentlichen Gesundheitssysteme durch Kosteneinsparungen liegt bei 1,13 bis 2,27 Mrd. Euro pro Jahr.

Hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Bedeutung von körperlicher Aktivität - insbesondere Fitnesstraining - für das Gesundheitssystem sind zum einen der mittelbare volkswirtschaftliche Nutzen und zum anderen die direkte Kostenreduktion im Gesundheitswesen zu unterscheiden [7]. Laut statistischem Bundesamt betrugen 2015 die gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland 344 Mrd. Euro (ca. 11,3 % des BIP), Tendenz steigend [9]. Körperliche Aktivität hat das Potenzial, diese Kosten zu reduzieren [6], da damit das Erkrankungsrisiko gesenkt wird. Geringere Kosten für Arzneimittel, weniger Arztbesuche und kürzere Krankenhausaufenthalte, sowie geringere Fehlzeiten in Betrieben sind mögliche positive Folgen [3]. Da bisher noch  keine spezifischen Arbeiten zum detaillierten volkswirtschaftlichen Nutzen von Fitnesstraining vorliegen, wird dieser durch Analogieschluss auf vergleichbare, internationale Publikationen hochgerechnet [4] [5] [8] [1]. Demnach liegt der geschätzte jährliche volkswirtschaftliche Nutzen (Kosteneinsparungen) in Deutschland durch körperliche Aktivität bei ca. 21 Mrd. Euro bzw. ca. 280,- Euro pro Person [7]. Es kann also davon ausgegangen werden, dass durch eine verstärkte körperliche Aktivität eine merkliche finanzielle Entlastung der öffentlichen Gesundheitssysteme realisiert wird [6]. In besonderem Maße gilt dies für das Training in Fitness-Studios, weshalb die grundsätzlichen Überlegungen zum Nutzen der körperlichen Aktivität hierfür analog angewendet werden können. Das Training in Fitness-Studios zeichnet sich anders als Training in vielen Spiel-/Individualsportarten gerade dadurch aus, dass dort das Training relativ exakt dosiert werden kann. Gewünschte gesundheitspositive Trainingseffekte können somit gezielt angesteuert werden.

2015 trainierten in Deutschland ca. 10,08 Mio. Menschen in 8.684 Fitness-Anlagen [2].]Daraus lässt sich ein volkswirtschaftlicher Nutzen des Fitnesstrainings von ca. 1,13 Mrd. Euro bis 2,27 Mrd. Euro pro Jahr ableiten [7]. Wenn es den Fitnesseinrichtungen gelingt, eine nachhaltige Fitnessdienstleistung anzubieten, bei der die Kunden möglichst lebenslang trainieren, werden sich der dargestellte volkswirtschaftliche Nutzen sowie die positiven Effekte auf die Gesundheitsausgaben in Deutschland weiter erhöhen.

Quellen

[1] Department of Health (2004). At least five a week. Evidence on the impact of physical activity and its relationship to health. Zugriff am 11.02.2014. Verfügbar unter: http://webarchive.nationalarchives.gov.uk/+/dh.gov.uk/en/publicationsandstatistics/publications/publicationspolicyandguidance/dh_4080994 

[2] Deutscher Sportstudio Verband (DSSV) (Hrsg.) (2017). Eckdaten 2017 der deutschen Fitnesswirtschaft. Hamburg: DSSV.

[3] Helmenstein, C., Hofmarcher, M., Kleissner, A., Riedel, M., Röhrling, G. & Schnabl, A. (2004). Ökonomischer Nutzen Betrieblicher Gesundheitsförderung. Zugriff am 11.02.2014. Verfügbar unter: http://www.sportministerium.at/files/doc/Studien/FitforBusiness_Endbericht1.pdf

[4] Katzmarzyk, P.T., Gledhill, N., Shephard, R.J. (2000). The economic burden of physical inactivity in Canada. Canadian Medical Association Journal, 163 (11), S. 1435–40.

[5] Martin, B.W. et al. (2001). Volkswirtschaftlicher Nutzen der Gesundheitseffekte der körperlichen Aktivität: erste Schätzungen für die Schweiz. Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie, 49 (2), S. 84–86.

[6] Robert Koch-Institut (Hrsg) 2006. Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Zugriff am 11.02.2014. Verfügbar unter: http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesInDtld/GesInDtld_inhalt.html?nn=2379316

[7] Stemper, T. (2010). Der gesundheitliche und ökonomische Nutzen des Krafttrainings im Fitness-Studio - Expertise 2010. In Deutscher Industrieverband Fitness und Gesundheit e.V. (Hrsg.), Bonn: Eigenverlag.

[8] Weiss, O. et al. (2000). Sport und Gesundheit – Die Auswirkungen des Sports auf die Gesundheit – eine sozioökonomische Analyse. Zugriff am 11.02.2014. Verfügbar unter: http://www.bso.or.at/fileadmin/Inhalte/Dokumente/Archiv/Studien/2000_Sport_und_Gesundheit_Studie.pdf

[9] Statistisches Bundesamt (2016). Gesundheitsausgaben im Jahr 2015 um 4,5% gestiegen. Wiesbaden. Verfügbar unter: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Gesundheitsausgaben.html