Psychische Gesundheit

Körperliche Aktivität zeigt viele positive Effekte  auf  unterschiedliche  Faktoren  psychischer Gesundheit wie zum Beispiel Verbesserung des subjektiven Körperbildes oder Reduktion von Stress.

Fragt man Kunden eines Fitnessstudios, was sie nach ihrem Training empfinden, so geben sie zumeist an, dass sich ihr unmittelbares Wohlbefinden gesteigert hat. Und tatsächlich zeigen die Ergebnisse empirisch fundierter Studien eine Vielzahl positiver Effekte körperlicher Aktivität auf unterschiedliche Faktoren psychischer Gesundheit. Hierbei scheinen als physiologische Vermittler hormonale und metabolische Prozesse, Veränderungen von Neurotransmittersubstanzen, Endorphinbildung sowie eine gesteigerte Körpertemperatur eine wichtige Rolle zu spielen. Insbesondere die Durchführung eines Krafttrainings verbessert zum einen das subjektive Körperbild der Trainierenden, was wiederum zu einer Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung und der allgemeinen Lebenszufriedenheit führt [5]. Generell scheint sich eine regelmäßige, moderate bis anstrengende körperliche Aktivität - gleich ob kraft- oder ausdauerorientiert - positiv auf die Reduktion von depressiven Verstimmungen, Ängsten und Stress auszuwirken und zu einer Verbesserung des Selbstkonzeptes der Trainierenden zu führen [4]. Training im Fitnessstudio kann weiterhin dem kognitiven Abbau im Alter vorbeugen und die Entwicklung einer Demenz hinauszögern. So scheint körperliche Aktivität mit einer Verzögerung altersbedingter Dysfunktionen im Zusammenhang zu stehen und zu einer Verminderung der kognitiven Nachteile wie Gedächtnislücken und Aufmerksamkeitsschwäche bei Alzheimer-Erkrankten zu führen [3].

Darüber hinaus zeigen aktuelle Befunde einen direkten Einfluss der körperlichen Aktivität auf die hormonellen Stressregulationssysteme. So finden sich positive Effekte eines regelmäßigen Trainings bei Menschen, die Sport zur Stressreduktion nutzen: Während der körperlichen Aktivität konzentrieren sich diese Personen auf die physische Betätigung, finden Ablenkung, denken über aktuelle Stressoren und Anforderungen nach und planen ihre Stressbewältigungsstrategien [1]. Im Fitnessstudio kann diese Stressbewältigung über den Einsatz der körperlichen Aktivität hinaus erheblich verbessert werden, wenn begleitend ein Entspannungstraining angeboten wird. Die Wirkung von Entspannungsverfahren auf die hormonelle Stressreaktivität konnte unter anderem durch eine signifikante Verringerung der Kortisol-Freisetzung nachgewiesen werden [2].

Quellen

[1] Biddle, S.J.J. & Mutrie, N. (2008). Psychology of physical activity: determinants, wellbeing, and interventions. London: Routledge.

[2] Hammerfald, K. et al. (2006). Persistent effects of cognitive-behavioral stress management on cortisol responses to acute stress in healthy subjects - a randomized controlled trial. Psychoneuroendocrinology, 31 (3), 333-339.

[3] Oswald, W.D. (2004). Kognitive und körperliche Aktivität. Ein Weg zur Erhaltung von Selbstständigkeit und zur Verzögerung demenzieller Prozesse? Zeitschrift für Gerontopsychologie & -psychiatrie, 17 (3), 147-159.

[4] Schulz, K.-H, Meyer, A. & Langguth, N. (2012). Körperliche Aktivität und psychische Gesundheit. Bundesgesundheitsblatt, 55, 55-65.

[5] Tscharaktschiew, N. & Rudolph, U. (2012). Zum Einfluss gesundheitsorientierten Krafttrainings auf psychisches Wohlbefinden. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 20 (2), 55-66.