Koordinationstraining

Durch  ein  gezieltes  Koordinationstraining kann die Belastbarkeit in Alltag und Beruf verbessert sowie die muskuläre Gelenkstabilität gestärkt und das Sturzrisiko reduziert werden.

Im Alltag oder im Beruf sind gut entwickelte koordinative Fähigkeiten ein wichtiger Baustein für hohe motorische Disponibilität und Alltagsbelastbarkeit. Dies wird im höheren Alter noch deutlicher. Eine gute Koordination wirkt sich leistungssteigernd auf Kraft und Ausdauer aus. Umgekehrt kann sich durch den Risikofaktor „Bewegungsmangel“ die Bewegungskoordination verschlechtern. Dadurch erhöht sich das gesundheitliche Risiko, denn eine verschlechterte Bewegungskoordination führt zu unphysiologischen Belastungen, Gelenkinstabilitäten und erhöht das Sturzrisiko, insbesondere bei älteren Menschen. Durch gezielte Interventionsmaßnahmen können Defizite in der Koordination ausgeglichen und Schutzfaktoren bei der Verrichtung von Alltags- und Berufsbelastungen aufgebaut werden. Ein klassisches Beispiel für ein Koordinationstraining ist ein Training auf instabilen Unterstützungsflächen (Therapiekreisel, Wackelbretter, Physioball etc.). Die Instabilität der Unterstützungsfläche muss durch zusätzliche Muskelarbeit (größtenteils über Reflexe) kompensiert werden. Die dadurch erzielte höhere muskuläre Gelenkstabilisierung wirkt sich u. a. positiv auf die Rumpfstabilität aus und wirkt daher als präventive Maßnahme vor Rückenproblemen [1] [2]. Durch die verbesserte neuromuskuläre Kontrolle können Gelenksysteme besser stabilisiert werden [5]; die Gefahr von Gelenkverletzungen wird reduziert. Insbesondere bei älteren Menschen resultiert aus einem Rückgang der neuromuskulären Kontrolle sowie einer Verschlechterung der Gleichgewichtsfähigkeit ein erhöhtes Sturzrisiko und damit einhergehend die Gefahr von Knochenfrakturen. Ein gezieltes Gleichgewichtstraining wirkt dieser Gefahr entgegen und reduziert das Sturzrisiko [3] [4]. Von diesen Trainingseffekten profitieren ältere Menschen noch deutlicher als Jüngere.

Neben einem gesundheitsorientierten Kraft- und Ausdauertraining bietet das Training in Fitness-Anlagen zahlreiche Möglichkeiten eines gezielten Koordinationstrainings. Sei es durch die Ausführung von koordinativ anspruchsvollen Krafttrainingsübungen, über die Verwendung von instabilen Unterstützungsflächen bis hin zu einem Training zur Sturzprophylaxe, Fitnesstraining verbessert die koordinativen Fähigkeiten und somit die Belastbarkeit im Alltag und Beruf.

Quellen

[1] Behm, D.G. et al. (2010). The use of instability to train the core musculature. Applied Physiology Nutrition, and Metabolism, 35 (1), 91-108.

[2] Carter, J.M. et al. (2006). The Effects of Stability Ball Training on Spinal Stability in Sedentary Individuals. Journal of Strength and Conditioning Research, 20 (2), 429-435.

[3] Martínez-Amat, A. et al. (2013). Effects of 12-week proprioception training program on postural stability, gait, and balance in older adults: a controlled clinical trial. Journal of Strength and Conditioning Research, 27 (8), 2180-2188.

[4] Pizzigalli, L. et al. (2012). Prevention of falling risk in elderly people: the relevance of muscular strength and symmetry of lower limbs in postural stability. Journal of Strength and Conditioning Research, 25 (2), 567-574.

[5] Sekendiz, B. et al. (2010). Effects of Swiss-Ball Core Strength Training on Strength, Endurance, Flexibility, and Balance in Sedentary Women. Journal of Strength and Conditioning Research, 24 (11), 3032-3040.