Betriebliches Gesundheitsmanagement

Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements reduzieren krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz und sichern so dem Unternehmen zahlreiche Wettbewerbsvorteile.

Die Ziele eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) reichen von der Unterstützung der Beschäftigten hinsichtlich der Ausübung gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen über die Gestaltung von gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen bin hin zum Demografie- und Fehlzeitenmanagement. Für die Unternehmen kennzeichnet sich der Nutzen eines BGM primär in Form von geringeren Krankenständen und dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente. Studien konnten aufzeigen, dass Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und Prävention einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung von Beschäftigten leisten [1]. Dies zeigt sich u. a. durch ein gesundheitsbewussteres Verhalten und eine Reduzierung von Gesundheitsrisiken der Mitarbeiter sowie durch die Senkung von Krankheitshäufigkeiten. Durch die Verringerung krankheitsbedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz kann auch ein ökonomischer Nutzen des BGM festgestellt werden. Letztlich lässt sich der Return on Investment (ROI) durch Einsparungen in Bezug auf die Fehlzeiten mit einem Wert von 1:2,7 beziffern [1]. Hinsichtlich der Frage, welche Maßnahmen im Rahmen der BGF  besonders effektiv sind, überzeugten vor allem Übungsprogramme zur Prävention von muskuloskelettalen Erkrankungen. Als wirksame Strategien gelten hier die kombinierte Durchführung von Interventionen zur Verhaltens- und Verhältnisprävention, sogenannte Mehrkomponentenprogramme [1]. In einer Langzeitstudie im Bereich der Rückenschmerzprävention konnte z. B. aufgezeigt werden, dass durch betriebliche Präventionsprogramme nachhaltige Effekte in Bezug auf eine Verbesserung von Kraft, Ausdauer, koordinative Fähigkeiten und eine  Schmerzreduktion möglich sind.

Zudem konnte durch die Abnahme der AU-Tage auch ein ökonomischer Nutzen für das Unternehmen nachgewiesen werden [2]. Ein Beispiel für eine gelungene Integration einer aktiven Trainingsmaßnahme in den beruflichen Kontext ist das Projekt „Kraftwerk mobil“ der Daimler AG, welches zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Rückenschmerzen sowie einem Rückgang des Krankenstandes führte [3] [4]. Vor diesem Hintergrund stellen die Fitness- und Gesundheitseinrichtungen mit ihren Möglichkeiten für ein spezifisches Training ideale Partner für Unternehmen im Rahmen des BGM dar.

Quellen

[1] Pieper, C. & Schröer, S. (2015). iga-Report 28 Teil 1. Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention (BKK Bundesverband, BGAG, AOK Bundesverband & AEV, Hrsg.). Essen.

[2] Dietrich, R. & Koch, K. (2011). Evaluation von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Entwicklung und Erprobung eines Messinstrumentariums am Beispiel des Programms "Haltung in Bewegung". Abschlussbericht des Forschungsvorhabens gefördert von der Knappschaft und Bergbau-Berufsgenossenschaft (BBG). Aachen: Meyer & Meyer.

[3] Petry, S. (2010). Bewegungsfreiheit und Gesundheit gewinnen. Arbeiten in Zwangshaltungen. Arbeit und Gesundheit spezial (3), 9–11.

[4] Sammet, T. (2007). Evaluation einer Intervention in der betrieblichen Gesundheitsförderung – Bewertung eines Kräftigungstrainings zur Prävention von Rückenschmerzen. Dissertation, Universität Stuttgart. Stuttgart.