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05. April 2018 erstellt in Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesunde Führung und BGM-Maßnahmen – wesentliche Faktoren zur Förderung der psychischen Gesundheit

Gesunde Führung und BGM-Maßnahmen

Im Rahmen der Studie „Gesunde Chefs sind gut für Mitarbeiter“ wurden von Bruch und Kowalevski (2013) Befragungsergebnisse von 15.544 Mitarbeitern, 264 Geschäftsführungsmitgliedern sowie den Personalleitern aus 96 mittelständischen Unternehmen analysiert.

In 71 % der befragten Unternehmen gab die Geschäftsführung an, sich selbst gesund zu führen, d. h. 6 % achten „sehr gut“ und 65 % „gut“ auf die eigene Gesundheit. In Unternehmen, in denen die Geschäftsführung auf ihre eigene Gesundheit achtet, haben die Mitarbeiter um 8 % bessere Werte im Bereich psychischer Gesundheit als in Unternehmen, in denen die Geschäftsführung dies unterlässt. Zu dem zeigte die Studie auf, dass es in Unternehmen, in denen sich die Geschäftsführung gesund fühlt, auch den Mitarbeitern gesundheitlich besser geht.

Aber auch auf den Führungsstil kommt es an: die psychische Gesundheit der Mitarbeiter in Unternehmen mit einer stark ausgeprägten ergebnisorientierten Führung ist um 41 % verbessert gegenüber Unternehmen mit schwach ausgeprägter Führung. Die psychische Gesundheit der Unternehmen mit stark ausgeprägter inspirierender Führung ist sogar um 44% stärker ausgeprägt als bei Unternehmen mit weniger inspirierender Führung.

Zu den Top 5 BGM-Maßnahmen zum Schutz, Erhalt und zur Förderung der psychischen Gesundheit zählen Maßnahmen zur Reduktion der psychischen Arbeitsbelastung (z. B. Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, Sozialbeziehungen, Work-Life-Balance) (68 %), Maßnahmen zur Erweiterung des Handlungsspielraums der Beschäftigten (66 %), Maßnahmen zur inhaltlichen Anreicherung von Arbeitstätigkeiten oder zur Verbesserung der Zusammenarbeit (64 %), Vertrauliche Beratung oder Unterstützung für Beschäftigte, die unter psychischen Belastungen oder Stress leiden (61 %) sowie Berücksichtigung des Themas Stress bzw. psychische Gesundheit bei einer Bedarfs- oder Gefährdungsanalyse im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes (44 %).

Zudem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die einen höheren Prozentsatz (ca. 70-80 %) ihres BGM-Budgets für Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit verwendeten, die psychische Gesundheit der Mitarbeiter um 11 % verbessern konnten. Diejenigen 10 % der befragten Unternehmen, die die größte Pro-Kopf-Investition (min. 500€, max. 3.703€) in Bezug auf das BGM aufwiesen, haben eine um 24 % gesündere Belegschaft als die 18 % der Unternehmen, die keinen Euro in BGM -Maßnahmen investieren.

Die Autoren stellen darauf basierend die These auf, dass gesunde Führung und BGM-Maßnahmen zwar zwei unterschiedliche, jedoch sich ergänzende Bestandteile einer Gesundheitsförderung im Unternehmen sind. Daher sollten diese Bestandteile eng miteinander verknüpft sein, um Voraussetzungen für eine gesündere Belegschaft zu schaffen. Um dies zu erreichen, muss das BGM auch gezielt die psychische Gesundheit fördern, unterschiedliche Maßnahmen beinhalten und auf die verschiedenen Mitarbeitergruppen zugeschnitten sein.

Aus dieser Studie geht hervor, dass Führungskräfte, die auf ihre eigene Gesundheit achten sowie gesundheitsfördernde Führungsstile anwenden, bessere Ergebnisse aufweisen. In diesem Kontext können Fitnessstudios als Gesundheitsexperten sowohl Führungskräfte als auch deren Mitarbeiter für ihrer eigene Gesundheit sensibilisieren und durch BGF-Maßnahmen die Gesundheit verbessern bzw. aufrechterhalten.

Link zur Studie:
https://www.compasso.ch/cm_data/de_Gesunde_Fuehrung_-_Wie_Unternehmen_eines_gesunde_Performancelkultur_entwickeln.pdf