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27. September 2017 erstellt in Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesundheitliche Auswirkungen von Krafttraining als präventiver Faktor auf Frauen im Berufsalltag

Krafttraining bei Frauen

Hohe körperliche Arbeitsanforderungen sowie ständiges Sitzen bestimmen den Berufsalltag vieler Beschäftigten. Beide stellen Risikofaktoren für die Entstehung von Muskel-Skelett-Erkrankungen dar. Aufgrund ihrer anthropometrisch-physiologischen Charakteristika haben Frauen ein höheres Risiko für muskuloskelettale Beschwerden bei Kraftbelastungen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern kleiner und leichter sind, einen höheren absoluten und relativen Körperfettanteil sowie erheblich weniger Muskulatur besitzen. Letzteres kann zu einem höheren Risiko für Überlastungen, Verletzungen sowie Arbeitsunfähigkeit führen. In diesem Kontext wurden in der vorliegenden Studie lediglich berufstätige Frauen einbezogen, um die Wirkung von Krafttraining als präventiver Faktor im Arbeitsalltag zu untersuchen.

In einer systematischen Literaturrecherche wurden 12 randomisierte kontrollierten Studien mit Frauen (n=1.365) im Alter von 18 bis 65 Jahren ausgewertet. Es sollte ermittelt werden, welchen Einfluss Krafttraining auf die Gesundheit von Frauen im Arbeitsumfeld hat. Dabei wurden speziell die Wirkungen von Trainingsinterventionen auf die weibliche Muskelkraft, körperliche Leistungsfähigkeit und gesundheitsbezogene Parameter erfasst.

Alle Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Kraftinterventionen unabhängig der Muskelgruppe, Art, Dauer und Intensität des Trainingsreizes zu signifikanten Kraftsteigerungen führten. Zudem wurde in 6 Untersuchungen die Wirkung der Interventionen auf Schmerzen geprüft. In jeder dieser Studien konnte eine signifikante Reduktion von Schmerzen festgestellt werden.

Die durchgeführten Interventionen waren auch bei geringem und kurzem Training in Bezug auf Kraftsteigerung und Schmerzreduktion erfolgreich. Die Autoren verweisen darauf, dass sowohl Frauen mit hohen Kraftanforderungen im Arbeitsalltag, als auch diejenigen, die vermehrt sitzende Tätigkeit ausführten, von den Maßnahmen profitierten.

Diese Studie verdeutlicht, dass Kräftigungsinterventionen für Frauen in der betrieblichen Gesundheitsförderung eine wichtige Rolle spielen, um muskuloskelettalen Beschwerden entgegenzuwirken.

Link zur Studie: www.aerzteblatt.de/pdf.asp